Menschenbildung mit Kompetenz

Hospizorientierte Lebens-, Sterbe- und Trauerbegleitung und Palliative Care 2018.19


Wann: 04.10.18 / 09:00

 

Anliegen des Lehrganges
Tod und Sterben werden in unserer Gesellschaft weithin verdrängt. Vielen Menschen fällt es schwer, sich mit diesen angstbesetzten Realitäten in angemessener Weise auseinanderzusetzen. Ein Großteil der Österreicher/innen stirbt heute in Krankenhäusern und Pflegeheimen.
Uns geht es einerseits darum, das Sterben an diesen Orten menschenwürdig(er) zu gestalten. Dazu sind geschulte Begleiter/innen unbedingt notwendig. Andererseits haben viele sterbende Menschen den Wunsch, ihr Leben zu Hause zu vollenden. Dies ist aber nur möglich, wenn sie und ihre Angehörigen fachliche und menschliche Unterstützung und Begleitung bekommen. Die Erfahrungen der Hospizbewegung lehren uns einen würdevollen Umgang mit Tod und Sterben. Wesentliche Ziele eines solchen Umgangs sind Autonomie, Schmerzfreiheit und Begleitung.

Ziele
Der Lehrgang will dazu befähigen, Menschen in ihrer letzten Lebensphase mit ihren physischen, psychischen, sozialen und spirituellen Bedürfnissen zu begleiten und Angehörigen, Freunden und Betroffenen hilfreich beizustehen. Wir orientieren uns dabei an den Grundsätzen der Hospizbewegung bzw. den Prinzipien und Standards von Palliative Care. 
Neben der Vermittlung von theoretischen, fachspezifischen und organisationsbezogenen Kenntnissen setzt dieser Lehrgang bewusst einen persönlichkeitsorientierten Schwerpunkt: Er will die Teilnehmer/innen ermutigen, sich mit dem eigenen Leben und Sterben intensiv auseinanderzusetzen und darauf aufbauend Kommunikationsfähigkeit zu entwickeln.

Termine
Anmeldeschluss: 15. April 2018
Aufnahmeverfahren Mai 2018  

  • Block 1: 04. bis 07. Oktober 2018, Bildungshaus St. Michael
  • Block 2: 08. bis 11. November 2018, Bildungshaus St. Michael
  • Block 3: 21. bis 24. Februar 2019, Bildungshaus St. Michael
  • Block 4: 04. bis 07. April 2019, Bildungshaus St. Michael
  • Block 5: 12. bis 15. Juni 2019, Haus der Begegnung

Präsentation der Abschlussarbeiten: 17. Juni 2019
Prüfung für Teilnehmer/innen mit Pflegeausbildung: 26. Juni 2019
Abschlussfeier: 26. Juni 2019
Die Termine für die Einzelsupervision (5UE), die Gruppensupervisionen (18 UE, 5 Termine) und die unterstützenden Besprechungen zur Erstellung der Abschlussarbeit werden zu Lehrgangsbeginn vereinbart.

Zielgruppe 
Personen, die hauptamtlich oder ehrenamtlich mit schwerkranken, sterbenden Menschen sowie deren Angehörigen/Freunden zu tun haben oder sich auf eine solche Tätigkeit vorbereiten wollen. Die Teilnehmer/innen bilden im Lehrgang eine interdisziplinäre Lerngruppe, die möglichst alle Professionen und Dienste der Hospizarbeit verkörpern soll.

  • Hauptamtlich Tätige
    Ärzte, Diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegepersonen, Pflegehelfer/innen, Diplom- und Fachsozialbetreuer/innen für Altenarbeit, Behindertenarbeit, Behindertenbegleitung und Familienarbeit, Seelsorger/innen, Pastoralassistent/innen, Psycholog/innen, Psychotherapeut/innen, Sozialarbeiter/innen, Physiotherapeut/innen, Pädagog/innen etc.
  • Ehrenamtlich Tätige
    Sozial Engagierte (Sprengel, Heime, Pfarrkreise, Stadtteilzentren etc.)

Inhalte

  • Selbsterfahrung und Selbstreflexion
  • Grundhaltungen und Einsatzebenen in der Hospizarbeit
  • Psychosoziale Dimensionen von Krankheit, Sterben und Trauer
  • Palliativmedizin
  • Palliativpflege (für TeilnehmerInnen mit Pflegeausbildung) bzw. Assistenz in der Pflege (für TeilnehmerInnen ohne Pflegeausbildung)
  • Gesprächsführung und interdisziplinäre Teamarbeit
  • Ethik und Spiritualität in der Sterbebegleitung
  • Palliative Sozialarbeit, Recht

Erfordernisse für einen positiven Abschluss

  • durchgehende Anwesenheit in den fünf Blockseminaren (190 UE)
  • 120 Stunden Praktikum in der Begleitung von schwerkranken und sterbenden Menschen (Teile davon können an der eigenen Arbeitsstelle absolviert werden, sofern diese facheinschlägig ist)
  • Supervision (5 UE Einzelsupervision, 18 UE Gruppensupervision) 
  • Interdisziplinäre schriftliche Abschlussarbeit über ein, innerhalb der Lehrgangsgruppe berufsgruppenübergreifend zu behandelndes Thema (inkl. Präsentation der Abschlussarbeit)

Lehrgangsanerkennung 

  • Die Anerkennung als Interdisziplinärer Palliative Care Basislehrgang (Stufe 1) im Rahmen der universitären Masterstudiengänge in Salzburg (PMU) und Klagenfurt (IFF) berechtigt die Lehrgangsabsolvent/innen zum Weiterstudium (23,5 ECTS Punkte).
  • Der Lehrgang ist anerkannt als Weiterbildung „Palliativpflege“ für Angehörige des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege gem. § 64 GuKG und für Pflegeassistenten und Pflegefachassistenten gem. § 104a GuKG. Die Berufsgruppen sind nach erfolgreich abgelegter Prüfung berechtigt, die Zusatzbezeichnung „Palliativpflege“ zu führen.
  • Ärztinnen, Ärzte und Angehörige des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege erfüllen mit dem Lehrgangsabschluss die Anstellungserfordernisse für Palliativ- und Hospizeinrichtungen nach den ÖBIG-Qualitätsstrukturkriterien.

Lehrgangsteam
Lehrgangsleitung: Dr. Gerhard Waibel
Leitung der Weiterbildung nach GuKG: DGKP Mag. Christine Hosp

ReferentInnenteam
DGKP Mag. Elisabeth Draxl, Dr. Katrin Fröhlich, Mag. Durmus Gamsiz, Dr. Michael Harrer, Mag. Astrid Höpperger, Dr. Elisabeth Medicus, MMag. Bernhard Mündle, Dir. Georg Schärmer, Mag. Christian Sint, Mag. Romana Thurnes, DSA Ulrike Reitmeir, DGKP Mag. Piet Wolters, Dr. Elisabeth Zanon

Kurskosten
1.070.- Euro zuzüglich 1.020.- Euro für Unterkunft und Verpflegung (Modul 1 bis 4 mit Übernachtung im Bildungshaus St. Michael, Modul 5 in Form von Tagesseminaren im Haus der Begegnung).
Die Gesamtkosten in der Höhe von 2.090 Euro sind in drei Teilbeträgen zu begleichen (700/700/690.- Euro). 
Teilnehmer/innen mit Pflegeausbildung können optional die Abschlussprüfung nach GuKG ablegen. Die Prüfungsgebühr beträgt 85.- Euro und wird mit dem dritten Teilbetrag in Rechnung gestellt.

update-Förderung möglich (www.mein-update.at)

 

 Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft