Podiumsdiskussion Familien(hilfe) in Not - Zukunft der Familienhilfe in Tirol

 

Krankheit, psychische Probleme, Überforderung, aber auch freudige Ereignisse wie eine Geburt – die Gründe warum Familien aus dem Gleichgewicht geraten können sind vielfältig.
Die Familienhilfe ist eine „Krisenfeuerwehr"
, die ins Haus kommt, wenn es akute Notsituationen und kurzfristige Betreuungsengpässe für Kinder in einer Familie gibt. Und das seit ihrer Gründung im Jahr 1948.

Nach einer relativ stabilen Phase der öffentlichen Förderung kam es im letzten Jahrzehnt zu einem massiven Einbruch. Bei der Abendveranstaltung zum Thema „Familien(hilfe) in Not“ diskutierten Expert/innen aus verschiedenen Bereichen über die Zukunft dieses so wichtigen Dienstes, über Ziele, Wünsche und Ängste. In Innsbruck und Osttirol unterstützen und entlasten Mitarbeiter/innen der Caritas Tirol Familien in Ausnahmesituationen. Auch in anderen Teilen des Landes wird Familienhilfe angeboten. Die Entscheidung ob es einen solchen Dienst gibt, obliegt den einzelnen Gemeinden. Bernhard Neuner, Dienststellenleiter des Entlastungsdienstes der Caritas Tirol, meint dazu: „Wünschenswert wäre es, wenn pro 15.000 Einwohner/innen eine Familienhelfer/in zur Verfügung stehen würde – derzeit hat nur ein 1/5 der Tiroler/innen die Möglichkeit eine Familienhilfe in Anspruch zu nehmen.“

Mit am Podium war auch Dr.in Maria Fernanda Nieva. Sie wurde aufgrund einer schweren Krankheit durch die Familienhilfe der Caritas Tirol unterstützt und begleitet. „Die Hilfe kam schnell und unbürokratisch“, so die alleinerziehende Mutter: „ich bin froh, dass mir in dieser schwierigen Zeit eine so große Unterstützung für meine Kinder zur Seite gestellt wurde, ich hätte nicht gewusst, was ich sonst hätte tun sollen.“ An Sozialbetreuer/innen für Familienarbeit mangelt es nicht. Birgit Zauchner, Direktorin der SOB Tirol, weiß: „Der Beruf ist vielseitig und gefragt. Auch immer mehr Männer sind an der Diplom-Ausbildung interessiert.“

Die Expert/innen am Podium sind sich einig: „Die Familienhilfe ist ein unverzichtbarer Dienst, der mehr Sichtbarkeit braucht. Ziel muss es sein, ein flächendeckendes Angebot in ganz Tirol bereit zu stellen.“ Die Prognosen schauen besser aus als zuletzt, denn im aktuellen Regierungsprogramm der Tiroler Landesregierung erfährt die Familienhilfe eine Wieder-Auferstehung.

 

 Eine Veranstaltung in Kooperation mit der SOB Tirol - Schule für Sozialbetreuungsberufe

 

 

Podiumsdiskussion "Familien(hilfe) in Not" Fotos: Viktoria Tipotsch

Elisabeth Zöhrer begrüßte zur Podiumsdiskussion

Rund 40 Interessierte kamen in die SOB Tirol um an der Abendveranstaltung teilzunehmen

Expert/innen aus verschiedenen Bereichen diskutierten am Podium

DSA Dominika Kammerlander, Dr.in Maria Fernanda Nieva, Dr. Gerhard Grässl (v.l.n.r.)

Dipl. BP Bernhard Neuner, Mag.a Birgit Zauchner, Dir. Georg Schärmer (v.l.n.r.)